
Deutschland liegt bei den HPV-Impfquoten deutlich unter den Zielvorgaben der Weltgesundheitsorganisation. Bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent der 15-jährigen Mädchen gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft sein. Auch bei Jungen sollen die Impfquoten deutlich steigen.
Um diese Ziele zu erreichen, setzen Gesundheitsbehörden auf verschiedene Strategien, die das Impfverhalten von Eltern und Jugendlichen beeinflussen sollen. Dazu gehören Erinnerungsschreiben, spezielle Gesprächstechniken in Arztpraxen und Impfprogramme an Schulen.
Ärzte werden im sogenannten „Motivational Interviewing“ geschult. Dabei sollen gezielte Gesprächstechniken dazu beitragen, die Impfbereitschaft zu erhöhen. Kritiker sehen darin eine problematische Einflussnahme auf medizinische Entscheidungen, die grundsätzlich freiwillig und ohne Druck erfolgen sollten.
Auch die geplante zusätzliche Kinderuntersuchung U10 für Neun- bis Zehnjährige soll dazu dienen, Eltern verstärkt zur HPV-Impfung zu beraten. Bei den Jugenduntersuchungen J1 und J2 wird ebenfalls der Impfstatus überprüft.
Impfungen können dabei auch ohne Anwesenheit der Eltern stattfinden.
Besonders umstritten sind Schulimpfprogramme. Sie ermöglichen es, Jugendliche direkt in der Schule anzusprechen und zu impfen. Neben der organisatorischen Erleichterung könnte dabei auch Gruppendruck eine Rolle spielen.
Modellprojekte in Leipzig, Bremen und im Landkreis Bergstraße brachten allerdings ernüchternde Ergebnisse. Eine wissenschaftliche Untersuchung kam zu dem Schluss, dass flächendeckende Schulimpfangebote die HPV-Impfquoten voraussichtlich nicht wesentlich erhöhen würden.
Gleichzeitig gehen die HPV-Impfungen seit 2021 zurück. Krankenkassendaten zeigen Rückgänge von 21 Prozent bei Mädchen und 31 Prozent bei Jungen.
Statt die wachsende Skepsis gegenüber Impfungen und die möglichen Folgen des Vertrauensverlustes während der Corona-Zeit aufzugreifen, wird weiterhin eine verstärkte Impfkampagne gefordert.
Auch das Robert Koch-Institut untersucht mit seinem Projekt „InveSt HPV“, wie Eltern durch gezielte Einladungen, Erinnerungen und ärztliche Gesprächstechniken zur Impfung bewegt werden können.
#HPV #Impfungen #Impfentscheidung
Zum Artikel
➡️ Jetzt folgen: 🌐 Nachhall von Helgoland










