1/2Der 75-jährige Unternehmer Frank Gotthardt, Gründer der CompuGroup Medical und Mehrheitsgesellschafter von NIUS, hat bislang rund 40 Millionen Euro in das von Julian Reichelt geführte Nachrichtenportal investiert. Trotz erheblicher Verluste denkt er nicht daran, sein Engagement zu beenden.
2023 verzeichnete NIUS einen Verlust von rund 14 Millionen Euro, 2024 waren es bereits 16 Millionen. Auch 2025 fiel die Bilanz offenbar nicht besser aus. Die laufenden Kosten betragen etwa eine Million Euro monatlich. Beschäftigt werden 40 Journalisten und 20 weitere Mitarbeiter.
Gotthardt hält 88,5 Prozent der Unternehmensanteile, Julian Reichelt 8,7 Prozent. Das Vermögen des Unternehmers wird auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt.
Seine Motivation ist nicht in erster Linie wirtschaftlicher, sondern gesellschaftspolitischer Natur.
Gotthardt stört sich insbesondere an der politischen Ausrichtung der öffentlich-rechtlichen Medien. Deren Berichterstattung bezeichnet er als „Erziehungsfernsehen“. Selbst im „Tatort“ werde versucht, die Zuschauer zu erziehen, wobei Unternehmer regelmäßig als die Bösen dargestellt würden.
Sein journalistisches Selbstverständnis formuliert er unmissverständlich: „Wir wollen konservativ berichten.“ Und auf die Frage, ob er den Veröffentlichungen seines Portals vertraue, antwortet er: „Ja. Im Gegensatz zu vielen anderen lügen wir nicht.“
Auch den mitunter scharfen Ton von NIUS verteidigt er ausdrücklich: „Ich möchte nicht, dass Nius leiser wird. Die Lautstärke ist Teil unseres Erfolgs. Man muss auch laut sein, um die Menschen zu erreichen.“
Julian Reichelt beschreibt Gotthardt als einen Mann mit klaren konservativen Überzeugungen, wie sie einst die CDU unter Helmut Kohl geprägt hätten. Diese politische Haltung sei während der Merkel-Jahre weitgehend verloren gegangen.
Reichelt betont außerdem die Standhaftigkeit seines Geldgebers: Gotthardt knicke auch bei massivem Gegenwind nicht ein. Er habe von Anfang an gewusst, dass NIUS teuer werde, aber auch, dass „Meinungsvielfalt unbezahlbar ist“.
Die Reichweite des Portals ist inzwischen beträchtlich: Rund 57 Millionen monatliche YouTube-Videoaufrufe und 480.000 Instagram-Follower unterstreichen die wachsende Bedeutung des Mediums.
Gotthardt ist sich bewusst, dass die Berichterstattung auch der AfD zugutekommen kann. Das spielt für ihn jedoch keine entscheidende Rolle: „Ob jemand profitiert, ist nicht unser Kriterium.“
Während andere Medienhäuser vor allem auf wirtschaftliche Rentabilität achten müssen, finanziert Gotthardt mit seinem Privatvermögen ein konservatives Medienprojekt, das er auch gegen erhebliche finanzielle Widerstände fortführen will.
* Der 75-jährige Frank Gotthardt gehört zu den vermögendsten Unternehmern der deutschen Gesundheits-IT-Branche. Sein Vermögen verdiente er mit der von ihm 1987 gegründeten CompuGroup Medical, einem international tätigen Anbieter von Software für Arztpraxen, Krankenhäuser und das Gesundheitswesen. Sein Vermögen wird auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt. Heute finanziert er mit einem Teil dieses Vermögens das Nachrichtenportal NIUS, in das er bislang rund 40 Millionen Euro investiert hat.
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