Meinungen und Vorstellungen und das "Recht haben wollen"
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Der Grund, warum wir als Menschen so intensiv über unsere Meinungen, Vorstellungen und Überzeugungen streiten, liegt zutiefst in der spirituellen Illusion der Trennung.
Auf der Ebene unseres Ego-Bewusstseins bauen wir vielfach eine feste, trennende Ego-Identität auf, die eng mit unseren Meinungen und Vorstellungen und Überzeugungen verknüpft ist.
Werden diese in Frage gestellt, fühlt sich das Ego persönlich angegriffen.
Der Streit dient dann unbewusst der energischen Verteidigung der vermeintlich "einzigen (Ego-) Wahrheit" .
Hierin liegt ein fundamentaler Irrtum und eine große karmische Gefahr:
Meinungen, Vorstellungen und Überzeugungen sind nicht Wissen und nicht unbedingt "die Wahrheit", wiewohl es auch (mal) so sein kann!
Eine Meinung beispielsweise ist lediglich ein subjektives Fürwahrhalten, oft geprägt von Wünschen wie wir es gerne hätten, nicht selten geprägt von egozentrischer Selbstdarstellung, während echtes spirituelles Wissen aus der Tiefe der Seele und vor allem aus dem selbst Erlebten stammt.
Die meisten unserer Streitigkeiten entspringen dem unbewussten Versuch, unsere Meinungen als gesichertes Wissen zu behandeln und vorzutragen und die eigene Unsicherheit auf den anderen zu projizieren.
Doch wenn wir tief im Herzen begreifen, dass es sich bei unserem Standpunkt oft nur um eine Vorstellung oder eine fehlerhafte Meinung handelt und nicht um eine unverrückbare eigene Erfahrung, um "die Wahrheit", kann diese Erkenntnis uns sanftmütiger, bescheidener und zurückhaltender werden lassen.
Die größte spirituelle Gefahr entsteht, wenn wir diese subjektive Meinung anderen aufdrängen wollen.
Dies ist ein Akt der Grenzüberschreitung und des geringen Respekts vor der göttlichen Souveränität des "Anderen".
Besonders unsichere Menschen können unsere mit Nachdruck" äußerlich überzeugend vorgetragene, fehlerhafte Meinung, vorschnell übernehmen.
Der freie Wille des Gegenübers mag es ihm erlauben, diese Sicht anzunehmen, doch gerade als spirituell denkender Mensch sollte uns bewusst sein, welche Verantwortung wir durch unsere Überzeugungskraft tragen.
Hier tragen wir zwar nicht die umfassende Verantwortung für deren Leben, wohl aber eine nicht unwesentlich moralische, sie durch unser aufdringliches Verhalten vielleicht in einen negativen Zustand geführt zu haben, mit den entsprechenden Auswirkungen in deren Lebensalltag.
Und unter karmischen Gesichtspunkten sind wir dann auch an sie, womöglich für lange Zeit gebunden.
Im Lichte dieser Verantwortung erkennen wir, dass wir unsere Sichtweise lediglich zurückhaltend als ein "Angebot", eine Anregung, präsentieren sollten.
Es ist sodann die freie Wahl des Gegenübers, ob er diese Vorstellung annehmen, ablehnen oder zur eigenen Prüfung nutzen möchte.
Die Wahrheit, die wirklich transformiert, kann niemals erzwungen, sondern nur im Herzen freiwillig empfangen und geprüft werden.
Der spirituelle Weg heraus aus oftmals endlosen Streitereien mit viel Aggressions- und Frustrationspotential beginnt mit der bewussten Wahl, vom Blickwinkel des Egos zur Perspektive der Seele zu wechseln.
Wir müssen die Demut entwickeln, unsere Meinungen als vorläufige Interpretationen zu akzeptieren.
Die höchste Lektion liegt dabei darin, die göttliche Freiheit des anderen zu achten.
Wir sind nicht berufen, die Wahrheiten anderer zu korrigieren, sondern vielmehr dazu, unsere eigene Wahrheit in Liebe und Respekt zu leben und sie anderen freundlich und liebevoll "anzubieten"
Streit endet dort, wo das Herz die Vielfalt der Ausdrucksformen der einen Wahrheit annimmt und erkennt, dass das Wichtigste nicht das „Rechthaben“, sondern das unerschütterliche Miteinander-Sein in Liebe ist.
Allerdings gehört dazu auch das tägliche Üben in Selbstbeobachtung in den Alltagssituationen der Kommunikation in Ehe, Partnerschaft, Familie, Beruf und sonstigen Lebensfeldern.
Nur wer übt und lernt wird sich seines Egos auch hierbei und in anderen Themenfeldern bewusst und kann es nach und nach überwinden.
@SeelenklarundLiebevoll