Wenn wir DAS über Lernen wissen – warum machen wir Schule dann so?
Drei Ergebnisse aus der Bildungsforschung
Eine große Meta-Analyse wertete 153
Studien mit insgesamt 213.612
Lernenden aus.
Das Ergebnis: Autonomieunterstützung
hängt deutlich mit positiven Lernprozessen zusammen – insbesondere mit selbstbestimmter Motivation, Engagement und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Ein weiteres systematisches Review von 20 Untersuchungen im tatsächlichen Unterricht kommt ebenfalls zu dem Ergebnis: wenn Lernende selbst Entscheidungen treffen können, wirkt sich das positiv auf ihre Motivation aus.
Und was macht die klassische Schule?
Sie entscheidet weitgehend,
was, wann, wo und wie gelernt wird.
Und dann wundern wir uns über
fehlende Motivation.
In dem Review zu selbstbestimmtem
Lernen waren die positiven Effekte in
weiterführenden Schulen stärker als in
Grundschulen oder Hochschulen.
Wir sollten also weniger fragen:
„Wie motivieren wir junge Menschen?“,
sondern vielmehr:
„Was haben wir mit ihrer ursprünglichen Motivation gemacht?“
Noten motivieren? So einfach ist es nicht.
Eine weitere Meta-Analyse untersuchte, was
passiert, wenn junge Menschen Noten, schriftliche Rückmeldungen oder gar
keine Leistungsrückmeldung erhalten.
Das Ergebnis:
Noten verbesserten gegenüber gar keiner Rückmeldung zwar die Leistung – verschlechterten aber die Motivation.
Noch interessanter wird es beim
Vergleich mit echtem Feedback:
Lernende, die lediglich Noten bekamen, zeigten schlechtere Leistungen und ungünstigere Motivation als diejenigen, die
stattdessen Kommentare erhielten.
Aber Druck bereitet doch aufs Leben vor.
Tut er das?
Eine europäische Untersuchung
analysierte Daten von mehr als 300.000
jungen Menschen aus 31 Ländern Europas.
Untersucht wurde, was passiert, wenn
Prüfungen reale Konsequenzen für den
weiteren Bildungsweg haben.
Das Ergebnis: High-Stakes-Tests erhöhten das Risiko für starken schulbezogenen Stress um etwa 12 Prozent gegenüber dem
Ausgangsniveau.
Das ist kein Randphänomen.
300.000 junge Menschen.
31 europäische Länder.
Und ein Schulwesen, das Leistung nicht
nur erfassen, sondern Menschen
anhand dieser Leistung sortieren soll.
Die Autoren fanden neben dem
erhöhten Stress außerdem Hinweise
auf ein schlechteres Schulklima.
Eine schwedische Untersuchung fragte
junge Menschen, warum sie in der
Schule lesen.
In Klasse 6 sagten 60 %:
„Weil die Lehrkraft es gesagt hat.“
In Klasse 9 waren es 91 %.
Stellen wir uns die richtigen Fragen?
Wir fragen: „Wie bekommen wir junge Menschen dazu, motivierter zu lernen?”
Dabei wissen wir längst, dass Autonomie mit Motivation und Engagement zusammenhängt, dass Noten gegenüber inhaltlichem Feedback Nachteile haben können und dass folgenreiche Prüfungen Stress erzeugen können.
Die viel spannendere Frage lautet doch:
“Wie muss Bildung aussehen, wenn wir
diese Erkenntnisse tatsächlich ernst
nehmen?”
Schule ist nicht alternativlos. Ihre heutige Ausgestaltung erst recht nicht. Wir müssen uns endlich bewusst machen, dass Menschen ohnehin lernen – weil sie neugierig sind, weil sie verstehen wollen, weil sie ausprobieren, beobachten, fragen und Erfahrungen machen.
Was passiert, wenn wir aufhören,
dieses Lernen ständig steuern zu
wollen?
Hallo, wir sind Lisa & Maike 🌼
Mütter von sich frei bildenden jungen Menschen und Gründerinnen der Akademie für selbstbestimmte Bildung.
Wir setzen uns für das Recht junger Menschen ein, frei sich zu bilden und begleiten Familien, deren Kinder keine Schule mehr besuchen möchten, auf diesem herausfordernden Weg.
Folgt uns, wenn ihr mehr über ein Leben ohne Schule erfahren möchtet 👉🏻
http://instagram.com/akademie_selbstbest_bildung/://tinyurl.com/Unser-Instagram-AccountKennst Du schon unsere Community NetzwerkBildung? Melde Dich gleich an -
https://akademie-selbstbestimmte-bildung.de/produkte/netzwerkbildung/Liebe Grüße
Maike & Lisa
von der Akademie für selbstbestimmte Bildung