Thema
Co2 & Co - Co2 spielt keine Rolle
- Teil 2
Shaviv und Veizer – wie stark wirkt kosmische Strahlung auf das Klima?
Bei der Theorie von Henrik Svensmark bleibt zunächst eine wichtige Frage offen:
Selbst wenn kosmische Strahlung die Wolkenbildung beeinflusst – ist dieser Einfluss groß genug, um für das Klima eine nennenswerte Rolle zu spielen?
Genau hier setzen die Arbeiten des israelischen Physikers Nir Shaviv und des Geochemikers Ján Veizer an.
Schritt 1 – Wie war das Klima früher?
Veizer untersuchte mit anderen Forschern unter anderem Sauerstoffisotope in sehr alten fossilen Muschelschalen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf frühere Meerestemperaturen ziehen.
So entstand eine Temperaturrekonstruktion, die große Teile der vergangenen rund 500 Millionen Jahre umfasst.
Schritt 2 – Wie stark war die kosmische Strahlung?
Shaviv beschäftigte sich mit der Bewegung unseres Sonnensystems durch die Milchstraße. Dabei durchquert es Regionen unterschiedlicher Sternendichte, darunter die Spiralarme.
Dort gibt es besonders viele massereiche Sterne und Supernovae, die hochenergetische kosmische Strahlung erzeugen bzw. beschleunigen. Je nach Position unseres Sonnensystems verändert sich deshalb langfristig auch die Stärke der kosmischen Strahlung, der die Erde ausgesetzt ist.
Shaviv rekonstruierte diese Veränderungen über geologische Zeiträume.
Schritt 3 – Der Vergleich
Shaviv und Veizer verglichen die rekonstruierte kosmische Strahlung mit der rekonstruierten Temperaturentwicklung.
Nach ihrer Auswertung konnten Veränderungen der kosmischen Strahlung mindestens etwa 66 % der langfristigen Temperaturvarianz in den untersuchten Daten erklären.
Das bedeutet nicht, dass 66 % der Erdtemperatur durch kosmische Strahlung erzeugt werden. Gemeint ist: Ein erheblicher Teil der langfristigen Temperaturschwankungen zeigt einen statistischen Zusammenhang mit Veränderungen der kosmischen Strahlung.
Schritt 4 – Spiralarme, Kaltzeiten und Warmzeiten
Auch die Bewegung unseres Sonnensystems durch die Milchstraße passt in dieses Bild. Nach Shavivs Rekonstruktion stehen Durchgänge durch die sternreichen Spiralarme mit großen Kaltphasen der Erdgeschichte in Verbindung.
Dort ist mit stärkerer kosmischer Strahlung zu rechnen, zwischen den Spiralarmen mit geringerer.
Mehr kosmische Strahlung geht in dieser Rekonstruktion eher mit kälteren Klimaphasen einher, weniger kosmische Strahlung eher mit wärmeren Phasen.
Damit schließt sich der Kreis zu Svensmark
Svensmark liefert den dazu passenden physikalischen Mechanismus: Kosmische Strahlung ionisiert die Atmosphäre und beeinflusst dadurch Aerosole und Wolkenbildung. Wolken wiederum verändern, wie viel Sonnenenergie die Erde aufnimmt und wie viel zurück ins All reflektiert wird.
Damit ergänzen sich die Arbeiten: Svensmark beschreibt einen möglichen physikalischen Mechanismus, Shaviv und Veizer zeigen den langfristigen Zusammenhang in den geologischen Daten.
Quellen:
Nir J. Shaviv & Ján Veizer (2003): „Celestial driver of Phanerozoic climate?“Nir J. Shaviv (2002): „The Spiral Structure of the Milky Way, Cosmic Rays, and Ice Age Epochs on Earth“Co2 spielt keine Rolle - Teil1Unser Kanal:
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